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Das Gabenkonzept von Marcel Mauss und seine anthropologische Inkonsistenz zu den unveräußerlichen heiligen Objekte des Baruya-Stammes in Neuguinea

Das Gabenkonzept von Marcel Mauss und seine anthropologische Inkonsistenz zu den unveräußerlichen heiligen Objekte des Baruya-Stammes in Neuguinea

  • Author: Volker Petzold
  • Publisher: GRIN Verlag
  • ISBN: 3638885453
  • Category: History
  • Page: 31
  • View: 5887
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Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike, Note: 1,7, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Institut für Ur- und Frühgeschichte), Veranstaltung: Hauptseminar, 11 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Der Ausgangspunkt dieser Arbeit ist das Gabenkonzept von Marcel Mauss. In dem Konzept wird deutlich, dass vor allen Dingen archaische Gesellschaften vom Gütertausch geprägt sind. Mauss sieht es als System einer totalen Leistung an, die gleichzeitig ökonomische, juristische, moralische, ästhetische, religiöse, mythologische und soziologische Aspekte aufweist. Dabei sind diese totalen Leistungen Basisaktivitäten, die in einer obligatorischen Dreierverpflichtung münden, nämlich in der Verknüpfung des Gebens, Nehmens und Erwiderns. In diesem Zusammenhang spricht Mauss allerdings noch von einer vierten Verpflichtung, Opfergaben an Götter und Geister zu richten. Er erwähnte dies nur nebenbei, ohne daraus eine ausführliche Analyse zu gestalten. Bemerkenswert ist, dass Mauss hinsichtlich dieser zwanghaften Dreierverpflichtung versuchte, in der gegebenen Sache einen Geist oder Seele zu sehen, die sie zwingt, zur gebenden Person zurückzukehren. Zur Frage, was nun unveräußerliche Güter sind bzw. welche Waren nicht in den Zirkulationslauf eingehen dürfen, ist der Kernbestandteil dieser Arbeit. Gerade diese vierte Verpflichtung ist es, die religiöse Bezüge repräsentieren, im welchem Sachen oder Dinge nicht veräußert werden. Beispiele hierfür sind besondere heilige Objekte und bestimmte Kupferplatten. Im Fokus dieser unveräußerlichen heiligen Objekte werden Interpretationen aufgestellt, dahingehend, dass solche Objekte im Wesentlichen Identitäten und Identitätsunterschiede stiften, die in der Zeit kontinuierlich ihren Wert und ihre Wirkung behalten. Dadurch entstehen auch Hierarchien, die zur Produktion und Reproduktion der Gesellschaft dienen und dabei Interaktionen zwischen Individuen und Gruppen bedingen. Solche Objekte, die man behält, können aber trotzdem zirkulieren, in der Art, dass der symbolische Wert und die imaginäre Macht, die in den heiligen Gegenständen innewohnen, an andere weitergeleitet wird. Man behält also, um zu geben bzw. geben zu können. Im Mittelpunkt dieser zu untersuchenden unveräußerlichen heiligen Objekte steht der Baruya-Stamm in Neuguinea.

Die Nation oder Der Sinn fürs Soziale

Die Nation oder Der Sinn fürs Soziale

  • Author: Marcel Mauss
  • Publisher: Campus Verlag
  • ISBN: 3593505835
  • Category: Social Science
  • Page: 360
  • View: 4660
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Ein Schlüsseltext des 20. Jahrhunderts In seiner Schrift "La Nation", um 1920 unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs verfasst, entwickelte Marcel Mauss einen Begriff von "Nation", dem zufolge diese über sich hinaus zum Internationalismus treibt. Eine entscheidende Rolle spielte für ihn dabei ein "Sozialismus von unten", den er als "Nationalisierung" im Sinne einer allmählichen Bewusstwerdung der Nationen versteht, ihre ökonomischen Interessen selbst in die Hand zu nehmen. Große Hoffnungen setzte er dabei in den Völkerbund ("Société des Nations"). Den damaligen Zustand der Nationen, ihre Geschichte und ihre Zukunftsaussichten erschließt Mauss in diesem Werk aus ökonomischer, rechtlich-moralischer und kulturhistorisch- ethnologischer Perspektive. Sein Werk besticht sowohl durch stupendes Detailwissen als auch durch verblüffende Vorhersagen, etwa zum Auseinanderfallen Jugoslawiens oder zum Siegeszug des Islam. Mauss' Schrift, die nach seinen Plänen sein politisches Hauptwerk werden sollte, ist Fragment geblieben; sie wurde 2013 erstmals vollständig aus dem Nachlass ediert.

Marcel Mauss

Marcel Mauss

A Centenary Tribute

  • Author: Lecturer in Social Anthropology Wendy James, Dr, PhD,Wendy James,Marcel Mauss,N. J. Allen
  • Publisher: Berghahn Books
  • ISBN: 9781571817037
  • Category: Biography & Autobiography
  • Page: 260
  • View: 9270
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Recently and starting in France, the interest in Mauss' work has increased noticeably as witnessed by several reassessments of its relevance to current social theory. This collection of original essays is the first to introduce the English-language reader to the current reevaluation of his ideas in continental Europe.

Soziologie und Anthropologie

Soziologie und Anthropologie

Band 2: Gabentausch - Todesvorstellung - Körpertechniken

  • Author: Marcel Mauss
  • Publisher: Springer-Verlag
  • ISBN: 9783531171500
  • Category: Social Science
  • Page: 255
  • View: 7712
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Die in dieser zweibändigen Ausgabe zusammengefassten Aufsätze von Marcel Mauss haben nicht nur in der Soziologie zahlreiche Arbeiten maßgeblich beeinflusst. Der lange im Schatten seines Onkels Emile Durkheim stehende französische Sozialwissenschaftler ist heute weltweit so aktuell wie noch nie zuvor.

A General Theory of Magic

A General Theory of Magic

  • Author: Marcel Mauss
  • Publisher: Routledge
  • ISBN: 1134522231
  • Category: Social Science
  • Page: 192
  • View: 2166
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First written by Marcel Mauss and Henri Humbert in 1902, A General Theory of Magic gained a wide new readership when republished by Mauss in 1950. As a study of magic in 'primitive' societies and its survival today in our thoughts and social actions, it represents what Claude Lévi-Strauss called, in an introduction to that edition, the astonishing modernity of the mind of one of the century's greatest thinkers. The book offers a fascinating snapshot of magic throughout various cultures as well as deep sociological and religious insights still very much relevant today. At a period when art, magic and science appear to be crossing paths once again, A General Theory of Magic presents itself as a classic for our times.

Intro Work Marcel Mauss

Intro Work Marcel Mauss

  • Author: Claude Levi-Strauss
  • Publisher: Routledge
  • ISBN: 1136188878
  • Category: Social Science
  • Page: 104
  • View: 2464
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First published in 1987. Routledge is an imprint of Taylor & Francis, an informa company.

Marcel Mauss

Marcel Mauss

  • Author: Stephan Moebius
  • Publisher: N.A
  • ISBN: N.A
  • Category:
  • Page: 156
  • View: 9325
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Die Gabe

Die Gabe

Form und Funktion des Austauschs in archaischen Gesellschaften

  • Author: Marcel Mauss
  • Publisher: N.A
  • ISBN: 9783518283431
  • Category: Segmentierte Gesellschaft - Geschenk
  • Page: 208
  • View: 477
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Afrika/Europa - Siedlung - Handel/Verkehr - Wirtschaftsgeschichte.

Marcel Mauss und die Theorie der Gabe

Marcel Mauss und die Theorie der Gabe

  • Author: Arndt Schmidt
  • Publisher: GRIN Verlag
  • ISBN: 3656127573
  • Category: History
  • Page: 9
  • View: 9194
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Essay aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Geschichte - Allgemeines, Note: 1,7, Universität Bielefeld (Fakultät für Geschichte), Veranstaltung: Lesarten der Ökonomie, Sprache: Deutsch, Abstract: „Der homo oeconomicus steht nicht hinter uns, sondern vor uns – wie der moralische Mensch, der pflichtbewusste Mensch, der wissenschaftliche Mensch und der vernünftige Mensch. Lange Zeit war der Mensch etwas anderes; und es ist noch nicht sehr lange her, seit er eine Maschine geworden ist – und gar eine Rechenmaschine.“ Marcel Mauss beschließt sein berühmtes Werk „Die Gabe“ mit einigen „Sozial- und nationalökonomischen Schlussfolgerungen“, in denen er Kritik übt an der Privilegierung materieller Nützlichkeit, der Verfolgung individueller Zwecke und der reinen Pro-fitmaximierung, die seiner Ansicht zufolge dem Rationalismus der Moderne geschuldet sind und „dem Frieden, des Ganzen, dem Rhythmus unserer Arbeit und unserer Freuden und damit letztlich dem Einzelnen selbst“ schaden. Nach einem kurzen Überblick zur Person Marcel Mauss sollen im Folgenden die Kernaspekte seiner Kulturtheorie der Gabe Erläuterung finden. Im Vordergrund ste-hen dabei seine Ausführungen zur Ökonomie des Gabentausches in Polynesien und dem Südpazifik. Mauss’ Lesart der Ökonomie zeigt den kontingenten Charakter der Wirtschaftsordnungen auf, die unser gesellschaftliches Zusammenleben maßgeblich bestimmen. Vor dem Hintergrund derzeitiger wirtschaftlicher Krisen gelesen verdeut-licht seine Kritik an einem essentialistischen Verständnis vom homo oeconomicus, dass eine Orientierung am Primat der Gewinnmaximierung weder naturgegeben noch ohne Alternativen sein muss.

Marcel Mauss

Marcel Mauss

A Biography

  • Author: Marcel Fournier
  • Publisher: Princeton University Press
  • ISBN: 9780691117775
  • Category: Biography & Autobiography
  • Page: 442
  • View: 6726
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The book addresses, among other topics, the effect of the Dreyfus Affair and the First World War on Mauss's thought, and the inner dynamics of the group of scholars around Mauss and Durkheim at the journal they helped establish, Annee sociologique. The fruit of vast research, Marcel Mauss: A Biography is the life story both of a legendary scholar and of the institutionalization of sociology and anthropology.

Seasonal Variations of the Eskimo

Seasonal Variations of the Eskimo

A Study in Social Morphology

  • Author: Marcel Mauss
  • Publisher: Routledge
  • ISBN: 1136542000
  • Category: Social Science
  • Page: 152
  • View: 3194
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Seasonal Variations of the Eskimo is one of the first books in anthropology to adopt a sociological approach to the analysis of a single society. Mauss links elements of anthropology and human geography, arguing that geographical factors should be considered in relation to a social context in all its complexity. The work is an illuminating source on the Eskimo and a proto-type of what an anthropologist should do with ethnographic data and exerted considerable influence on the development of social anthropology. English translation first published in 1979.

Gift - Marcel Mauss' Kulturtheorie der Gabe

Gift - Marcel Mauss' Kulturtheorie der Gabe

  • Author: Stephan Moebius,Christian Papilloud
  • Publisher: Springer-Verlag
  • ISBN: 9783531147314
  • Category: Social Science
  • Page: 359
  • View: 804
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Stephan Moebius und Christian Papilloud bieten zusammen mit deutschen und französischen Autoren einen systematischen und transdisziplinären Überblick über die Thematisierungen und Einflüsse des Gabe-Denkens von Marcel Mauss. Im Vordergrund stehen dabei historische und theoretische Grundzüge eines sich bildenden internationalen Gabe-Diskurses, der das Werk von Marcel Mauss in seiner Relevanz für die gegenwärtige soziologische und kulturwissenschaftliche Forschung würdigt. Darüber hinaus kommt Mauss in zwei erstmals auf deutsch erscheinenden Beiträgen selbst zur Sprache.

Essai Sur Le Don

Essai Sur Le Don

  • Author: Marcel Mauss
  • Publisher: Psychology Press
  • ISBN: 9780415267496
  • Category: Social Science
  • Page: 199
  • View: 2362
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When first published, The Giftserved as nothing less than an onslaught on contemporary political theory. This edition confirms the continuing relevance of Mauss's highly original perspective.

Sacrifice

Sacrifice

Its Nature and Functions

  • Author: Henri Hubert,Marcel Mauss
  • Publisher: University of Chicago Press
  • ISBN: 9780226356792
  • Category: Social Science
  • Page: 165
  • View: 8787
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The Gift

The Gift

Forms and Functions of Exchange in Archaic Societies

  • Author: Marcel Mauss
  • Publisher: Martino Fine Books
  • ISBN: 9781614270188
  • Category: Social Science
  • Page: 130
  • View: 6718
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"Since its first publication in English in 1954, Marcel Mauss's Essai sur le Don has been acclaimed as a classic among anthropology texts. A brilliant example of the comparative method, it presents the first systematic study of the custom -- widespread in primitive societies from ancient Rome to present-day Melanesia -- of exchanging gifts." "The gift is a perfect example of what Mauss calls a total social phenomenon, since it involves legal, economic, moral, religious, aesthetic, and other dimensions. He sees the gift exchange as related to individuals and groups as much as to the objects themselves, and his analysis calls into question the social conventions and economic systems that had been taken for granted for so many years." "In a modern translation, introduced by the distinguished anthropologist Mary Douglas, The Gift is essential reading for students of social anthropology and sociology.

Marcel Mauss - Magie und Rituale

Marcel Mauss - Magie und Rituale

  • Author: Eva Scheller-Bötschi
  • Publisher: GRIN Verlag
  • ISBN: 3638805735
  • Category: Social Science
  • Page: 31
  • View: 8616
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Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen, Note: 5.5 (in CH), Universität Basel (Institut für Soziologie), Veranstaltung: Riten und Rituale – zum Problem des sozialen Zusammenhalts, 18 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Marcel Mauss befasste sich vor allem mit dem Zusammenhang zwischen der Soziologie und der Anthropologie. Obwohl er nie Feldarbeit machte, inspirierte er viele, auch nach seinem Tod. Er richtete die Aufmerksamkeit vieler französischer Soziologen, Philosophen und Psychologen auf die Ethnologie. Zuerst gehe ich auf das Leben von Marcel Mauss ein, um auch besser verstehen zu können, was ihn prägte und warum er sich so für magische und religiöse Rituale verschiedenster Kulturen interessierte. Dann befasse ich mich etwas mit der Magie und auch mit der Geschichte der Magie nach Mauss, um eine Grundlage für das Thema zu bekommen. Anschliessend folgt die Theorie der Magie von Mauss mit seinen Begriffsklärungen der Magier, der magischen Riten und den magischen Vorstellungen. Ich befasse mich dabei ausserdem noch mit einem Vergleich zwischen den magischen und religiösen Riten. Im letzten Teil der Arbeit gehe ich noch kurz auf ein Beispiel von Riten näher ein, nämlich auf die Opferungen. Dabei schreibe ich über die Ansicht von Mauss und am Schluss noch über ein aktuelles Beispiel.

Primitive Classification (Routledge Revivals)

Primitive Classification (Routledge Revivals)

  • Author: Emile Durkheim,Marcel Mauss
  • Publisher: Routledge
  • ISBN: 1135174318
  • Category: Philosophy
  • Page: 102
  • View: 2348
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In this influential work, first published in English in 1963, Durkheim and Mauss claim that the individual mind is capable of classification and they seek the origin of the ‘classificatory function’ in society. On the basis of an intensive examination of forms and principles of symbolic classification reported from the Australian aborigines, the Zuñi and traditional China, they try to establish a formal correspondence between social and symbolic classification. From this they argue that the mode of classification is determined by the form of society and that the notions of space, time, hierarchy, number, class and other such cognitive categories are products of society. Dr Needham’s introduction assesses the validity of Durkhiem and Mauss’s argument, traces its continued influence in various disciplines, and indicates its analytical value for future researches in social anthropology.

The Nature of Sociology

The Nature of Sociology

  • Author: Marcel Mauss
  • Publisher: Berghahn Books
  • ISBN: 1571816593
  • Category: Religion
  • Page: 93
  • View: 2805
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Translation of two works: Sociologie, first published in 1901 in La grande encyclopedie; and, Divisions et proportions des divisions de la sociologie, first published in 1927.

Auf der Spur von Marcel Mauss ́ "Die Gabe"

Auf der Spur von Marcel Mauss ́

  • Author: Mirjana Sarac-Petric
  • Publisher: GRIN Verlag
  • ISBN: 363862501X
  • Category: Literary Criticism
  • Page: 20
  • View: 5487
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Studienarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik, Note: 1,3, Ludwig-Maximilians-Universität München (Institut für Mediävistik), 9 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: In § 516 I heißt es „Eine Zuwendung, durch die jemand aus seinem Vermögen einen anderen bereichert, ist Schenkung, wenn beide Teile darüber einig sind, dass die Zuwendung unentgeltlich erfolgt“ 1 . Das Schenken, das der Gesetzgeber so nüchtern definiert, gehört zu den angenehmsten Seiten unseres Lebens, denn jeder von uns freut sich, wenn er ein Geschenk bekommt. Ebenso suchen wir in der Regel mit großer Sorgfalt nach etwas Passendem, wenn wir jemandem, der uns lieb und teuer ist, ein Geschenk machen wollen 2 . Zudem gibt es in unserer Gesellschaft unzählige Gelegenheiten, zu denen geschenkt wird - man denke nur einmal an Weihnachten, Geburtstag, Valentinstag oder Muttertag, um nur einige von ihnen zu nennen. Der moderne Geschenkaustausch, wie er in unserer Zeit praktiziert wird, weist nach Meinung von Gerhard Schmied „die zunehmend schärfere Trennung der öffentlichen und der privaten Sphäre“ 3 auf. Während in der öffentlichen Sphäre der Austausch von Gütern durch Kauf erfolgt, bedient man sich in der privaten Sphäre der Geschenke. Mit ihrer Hilfe sollen Bindungen in der Familie und im Freundeskreis freiwillig betont und verstärkt werden. Und doch, in dem eben Gesagten offenbart sich ein Widerspruch, der gerade in dieser Weise in unserer Gesellschaft akzeptiert wird. Während das Gesetz die Schenkung als einseitigen Akt betont, bei dem der Gebende dem Nehmenden freiwillig und kostenlos etwas zukommen lässt, wissen wir aus unserer eigenen Erfahrung, dass wir dieses Geschenk nicht annehmen können, ohne uns verpflichtet zu fühlen, das Geschenk zu erwidern. Es zeigt sich in diesem Kontext, dass die Freiwilligkeit des Schenken, obwohl das Gegengeschenk juristisch nicht eingefordert werden kann, sehr relativ ist. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass es oft nur das erste Geschenk ist, das freiwillig gegeben wird; man selbst bestimmt frei, ohne Zwang, den Anlass, den Zeitpunkt und das Ambiente der Geschenkübergabe. [...]

"Die Gabe" von Marcel Mauss. Ein soziales Anerkennungsverhältnis

  • Author: Kevin-Michael Neimeier
  • Publisher: GRIN Verlag
  • ISBN: 3668639329
  • Category: Philosophy
  • Page: 18
  • View: 5150
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Studienarbeit aus dem Jahr 2016 im Fachbereich Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart, Note: 1,3, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Philosophisches Seminar), Sprache: Deutsch, Abstract: Die vorliegende wissenschaftliche Hausarbeit will sich mit dem Werk "Die Gabe" von Marcel Mauss befassen und einhergehend damit eine Betrachtung der strukturellen Form der zeremoniellen Gabe sowie eine Analyse ihrer Funktion anstellen. Sich des Imperativs des Geben, Nehmen und Erwidern nähern sowie eine Untersuchung mit Hinblick auf die soziale Funktion von diesem anstellen. Neben der Forschung von Mauss wird ferner das auf dieser aufbauende Werk Der Preis der Wahrheit - Gabe, Geld und Philosophie von Marcel Hénaff in den Fokus der Betrachtung gestellt, um sich der Frage der Vermittlung der sozialen Anerkennung mittels der zeremoniellen Gabe zu näheren. Mauss stellt seine Forschung zum Gabentausch 1925 im Essay Die Gabe zusammen, in welchem er das Phänomen der zeremoniellen Gabe anhand der ethnographischen Betrachtung von Malinowski, Hertz, Boas und weiteren Anthropologen analysiert sowie eine vergleichende Betrachtung zu der eigenen indoeuropäischen Kultur, anhand des römischen, semitischen und germanischen Rechts, anstellt. Die Analyse dieser Arbeit will die Funktion der zeremoniellen Gabe als Vorgang der sozialen Anerkennung herausarbeiten und somit eine Anschauung der Thesen Hénaffs, welche auf der Etablierung von sozialer Anerkennung mittels der zeremoniellen Gabenbeziehungen beruhen, vornehmen. Seinem Werk Der Preis der Wahrheit - Gabe, Geld und Philosophie liegt die Ausarbeitung Mauss’ zugrunde, welche von ihm verfeinert wird und hinsichtlich der Funktion der Gabe als Form der sozialen Anerkennung analysiert wird. Hénaff stellt die These auf, dass der Vorgang der gegenseitigen Anerkennung als Gabenbeziehung gedacht werden muss. Nach seiner Prämisse besteht die soziale Praxis der Gabe verallgemeinert als spezifische Form der symbolischen Interaktion in modernen Gesellschaften fort. Einschränkend wird die zeremonielle Gabe von einer moralisch-selbstlosen Gabe sowie von einem rein ökonomischen Tauschhandel abgegrenzt. Die zeremonielle Gabe sei somit als ein gesellschaftskonstituierender Akt der reziproken Anerkennung, jedoch nicht als moralische Geste der Mildtätigkeit oder als eine Form der vorkapitalistischen Handelsbeziehungen zu verstehen. Insbesondere der theoretischen Darstellung der Anerkennungsverhältnisse in den zeremoniellen Gabenbeziehungen soll schlussendlich Bedeutung zukommen.